Home | Turniere | Leutasch - Schnellschachturnier 2010

Das Schachturnier unterhalb der hohen Berge

Wie alle Jahre zog auch hier im Jahre 2010 des Herrn eine kleine Schar kühner Recken in die Ostmark des Reiches, um dort um Ruhm und fette Beute (sprich Speckknödel, Nuß- Sacher- und sonstige Torten) zu kämpfen. Angeführt wurde die kühne Schar der edlen Ritter vom König Thomas höchst selbst, nachdem dieser in früherer Zeit nur als Wanderprediger zur Erbauung des Geistes seiner Kameraden gelitten war. Weiter war der unverwüstliche und erfahrene Schatzkanzler Martin dabei, ebenso der kampferprobte Recke Olivier sowie die beiden Knappen John und Jürgen. Am Freytag traf die kühne Schar ein, nachdem sie sich durch das undurchdringliche Verkehrsgestrüpp in Garmisch gekämpft hatte. Ausgelaugt erreichte man mit letzter Kraft den Kühtaierhof, wo Labsal und Stärkung warteten. Am frühen morgen wurde bereits zum Turniere gerufen, wobei man den Knappen Jürgen an die Schar eines uns befreundeten Glücksritters aus Kornwestheim auslieh. Das Vorturnier verlief sehr erfreulich, insbesondere für unseren Nestor Martin Hock, der am dritten Brett 10,0 Punkte aus 15 Runden holte, dicht gefolgt von Oliver und Thomas mit 9,0 Punkten an den beiden Spitzenbrettern. Auch Knappe John stand mit 8,5 Punkten dicht vor dem Ritterschlag. Sehr tapfer schlug sich auch Knappe Jürgen in fremden Diensten, im direkten Duell traute er sich aber doch nicht, gegen den Senior unseres Teams zu gewinnen, während seine Mitstreiter besiegt wurden. Der Kampf endete mit 3,5:0,5 obgleich nur die Streiter aus Gräfelfing gepunktet hatten. Da man viele Punkte errungen hatte, reichte es ziemlich locker zum Sprung ins B-Finale, dies auch ohne den Meister der Fidel. Derartig gestärkt ging zum Pichlerhof, wo die leckersten Torten auf uns warteten. Der Abend stand leider unter keinem guten Stern, da man den Fußball- statt dem Spieleabend vorzog. Insbesondere den Bayernfans bereitete dieser Abend wenig Freude. Der folgende Tag war dann geprägt von fränkischer Dominanz und altbayerischen Jammer. Martin konnte seine gute Form vom Vortag halten und kam in der schwereren Finalgruppe auf 9,0 Punkte. Nur ein Schwächeeinbruch verhinderte seine Ehrung zum Brettbesten, die völlig verdient gewesen wäre. Auch seine fränkische Majestät Thomas I kam am zweiten Brett auf bärenstarke 9,0 Punkte, ein alter Fidelmeister gehörte hierbei zu seinen Opfern. Oliver war hingegen mit seinen 6,0 Punkten wenig zufrieden, noch schlimmer traf es unseren Knappen John, bei dem mit 4,5/15 gar nichts ging und wir so nicht in den Preisrängen landeten. Doch der König konnte seiner Aufgabe gerecht werden und sich dennoch ein Trostbier vom edlen Ausrichter sichern. So ging es nach Stärkung in die Unterkunft. Doch irgendwie wollte beim Brettspiele (Dominion) keine Stimmung aufkommen. Es fehlte halt doch ein bekannter Hofnarr, dessen ungebetene, luftige Kommentare den Abend immer zu einem Erlebnis machten, insbesondere mit den passenden Drohungen wie Teeren und Federn, einbalsamieren oder den Tauchgang in der Leutascher Ache. Am folgenden Tag war es Zeit, den Heimweg anzutreten. Vorher ging es aber durch die Leutascher Geisterklamm, ein Gewaltmarsch, der den König viele Pfunde und viel Luft kostete, sehr zur Freude unseres Schatzmeisters. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es wieder schön war, in Leutasch unter der bewährten Leitung von Gerhard Neurauter dabei zu sein. Man spielte gegen internationale Konkurrenz aus Tschechien, Österreich, dem deutschen Osten und München. Wie immer gab es Hochs und Tiefs, gutes Essen und viel Spaß. Einen Aufruf des Königs möge die Gemeinde zu Herzen nehmen, dass es nächstes Jahr deutlich mehr als fünf edle Ritter und Knappen werden. Wobei auch unsere Pagen willkommen sein werden, auszuziehen in die Fremde, um Ru(h)m und Ehre zu erlangen.(TS)

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Erstellt am am 26.05.2010