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8. Mühldorfer Open 2010Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund eines Open-Air-Konzerts in der Jugendherberge kein Platz mehr für uns zur Verfügung stand, traten wir dieses Jahr nach einjähriger Pause wieder mit neun Schachspielern die Fahrt nach Mühldorf an. Wir reisten am Donnerstagvormittag an. Während die eine Hälfte der Teilnehmer keine Probleme hatte, mit dem Auto die Jugendherberge zu finden, traf die andere Hälfte leicht verspätet ein, den Stadtplan stolz in vier Teile zerlegt und um den Finger gewickelt, die Orientierung in einem anderen Stadtteil gelassen. Zimmer aufgeteilt, Mittag gegessen, und das Abenteuer konnte beginnen. Tatsächlich wurde es ein nervenaufreibendes Event, wenigstens für die Betreuer Thomas und Moritz. Am Abend begann nämlich das C-Turnier für unsere Spieler unter DWZ 1350, und das alles andere als erfolgreich. Kurz gesagt: Luis und Simon waren chancenlos, Benedikt versiebte eine Gewinnstellung, Tobias musste gegen einen schwächeren Gegner mit Remis zufrieden sein, Leon schaffte immerhin ein Ehre rettendes Remis, während Anton in Remisstellung einzügig den Turm einstellte. Der Zug Ta6 (!), ein Fingerfehler wird weit vorne in die Reihe der legendären Anton´schen Züge in Mühldorf eingehen" Dennoch, unser Coach Paul wurde an diesem Tag 18. Das hieß für uns alle: Feiern, Feiern, bis der Elch umfällt. So begannen wir den Abend mit einer Fressorgie nach altgriechisch dekadentem Vorbild, setzten mit einem triumphalen Sieg der deutschen Nationalmannschaft bei Chips, Limo und einer Flasche Sekt fort und beendeten den Abend mit unserem eigenen Soccerspiel vor der Jugendherberge. Die Misere im C-Turnier jedoch setzte sich am Freitag in den beiden folgenden Runden fort. Tobias Obermayer konnte seiner Favoritenstellung (Platz 1 der Setzliste) nicht gerecht werden, musste in ein weiteres Remis einwilligen und verlor anschließend kopfwehbedingt Runde 3. Aber auch der Rest hatte zu kämpfen ... Ein Lichtblick kam ausgerechnet von unseren Jüngsten in Runde 3, als Simon Czychon mit Schwarz den Gegner souverän bezwang (Schäfermatt mit Schwarz) und Luis Schmid einen Senior auseinander nahm. Interessanterweise hatte Anton gegen diese am Vormittag lediglich ein Remis herausholen können. Unvergesslich wird jedoch immer sein, Antons, "Läuferopfer auf b1" aus dieser Partie bleiben. Vielleicht hatte hier die Runde Fußball etwas geholfen, die mittags noch eingeschmissen wurde. In jedem Fall, am Abend bewies Leon Schmid, dass er, wenn schon nicht als Schachspieler, so doch als Koch ordentlich einheizen kann: Spaghetti Bolognese a´la Schmid. Ein köstliches Mahl!!! Nun gut: , Da die Jugend in Mühldorf offensichtlich kleinen Blumentopf gewann (wer will auch schon ´nen Blumentopf), mussten die Erwachsenen als gute Vorbilder dienen, als am Abend das A-Turnier begann, in dem die Trainer Thomas Sörgel, Moritz Richter und Paul Decher teil nahmen. Und tatsächlich: Moritz gewann hier in der ersten Runde auch gleich souverän gegen Paul, und Thomas Sörgel profitierte von einem fehlerhaften Qualitätsopfer seines Gegners; 2 aus 3. Im C-Turnier war am Samstag dann endgültig die Luft heraus, die A-Turnierteilnehmer konzentrierten sich auf ihr Turnier. Thomas konnte den Neuaubinger Weiland mit einer Attacke am Königsflügel zur Aufgabe zwingen, während Moritz gegen Li erfolgreich war. Paul verlor leider unglücklich. Am Nachmittag schaffte es Moritz nicht, den Töginger Alexander Popow mit Weiß zu bezwingen, während Sörgel gegen Ekrem Cetindag die Nerven behielt, dessen Angriff abwehrte und anschließend seine drei Mehrbauer verwerten konnte. Der Sonntag musste die Entscheidung bringen. Moritz stellte leider gegen Michael Stix aus Prien eine Figur ein, während Sörgel mit Schwarz gegen Popow ran durfte, eine gewiss nicht einfache Aufgabe. Doch Sörgel ließ sich von Popows unorthodoxer Spielweise nicht überrumpeln und wehrte dessen Angriffe ab. Als Popow in ausgeglichener Stellung das Remisangebot ablehnte, kam, was kommen musste: Der Töginger überzog, verlor zwei Bauern und wurde trotz zäher Gegenwehr im Läuferendspiel niedergerungen. Damit stand Sörgel schon vor der letzten Runde als Turniersieger fest. Die letzte Runde konnte Moritz gewinnen, Sörgel ließ Stix in Remis entkommen. Das Drama des Turniers sollte jedoch noch folgen: Lange sah es so aus, als ob Moritz noch Zweiter würde, denn Paul stand gegen Popow ausgeglichen. Zwar verlor er im Turmendspiel einen Bauern, doch Pauls aktiver Turm schien das Remis zu sichern, wäre nicht Pauls Zeitnot gewesen. Popow zog sämtliche Register an Unsportlichkeiten. Zunächst schrieb er einige Züge lang nicht mit, sondern blitzte ebenfalls mit. Am Ende hatte Popow den Mehrbauern verloren, Paul reklamierte Remis nach Artikel 10.2., die Stellung (Paul mit Weiß): Weiß Kf3, Tf8, Bh3, g4 Schwarz Ke3, Ta2, Bg5, h6. Eigentlich klar Remis, aber der SR ließ (sicher zu Recht) noch etwas Spielen und Paul beging plötzlich einige schwere Zeitnotfehler, worauf er plötzlich matt war. So blieb für Moritz leider nur der dritte Platz, immerhin konnten die Erwachsenen den Jugendlichen ein Vorbild sein. Fazit: Im Erwachsenenbereich lief es sehr gut, Thomas Sörgel konnte sich nach 2005 erneut als Sieger des Mühldorf-Opens in die Annalen eintragen, auch Moritz und Paul schlugen sich ganz gut. Im Jugendbereich dürften einige erkannt haben, dass man eine gute DWZ auch wieder verlieren kann. Da gibt’s nur eines: Eröffnungen lernen, Kombinationen üben und Zuhören, was der Trainer sagt. Nächste Möglichkeit der Nachprüfung besteht vom 5.-8. August beim Augsburger Friedensfest-Open.
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